"Pressebericht"
 
     
 
   Hofheimer Zeitung vom 28.12.2004
"Keiner wollte sie - Wallau hat sie sofort!" -
Ortsbeirat mit Verbleib der
Stadttore einverstanden
 
WALLAU (mwo) - Dass die Stadttore der 650-Jahr-Feier Hofheims für ewige Zeiten in Wallau stehen könnten und langsam verrotten, waren die geäußerten Bedenken. Trotzdem gab der Ortsbeirat sein Okay zur Aufstellung. Denn die Stadttore in Wallau könnten nach Ansicht aller Fraktionen ihre Torfunktion zu Hofheim auf der Grünfläche an der Einmündung von der Theodor-Heuss-Straße zu den Bleidenstädter Äckern durchaus erfüllen. Damit solle ein "Brückenschlag zu Wallau" dokumentiert werden, das im Jahr 2000 seine 1050-jährige Ersterwähnung gefeiert habe, wie es in der Magistrats-Vorlage heißt.

Ausgesucht worden ist diese neue Heimstatt in Wallau für die anlässlich der Feierlichkeiten zur 650-jährigen Verleihung der Hofheimer Stadtrechte vor zwei Jahren am Anfang und am Ende der Hauptstraße installierten Stadttore von Künstler Hermann Haindl "im Dialog mit Kulturschaffenden und Interessierten". Auch wenn sich über Kunst trefflich streiten ließe, waren sich alle Fraktionen im Ortsbeirat weitestgehend einig über den Verbleib der Jubiläums-Stadttore in Wallau. Während die FWG auf den Magistrats-Vorschlag mit einigen Bedenken reagierte, begrüßte die CDU grundsätzlich das Aufstellen der vier jeweils gut zwei Meter großen Stadttore. Die SPD-Fraktionsvorsitzende Brigitte Lehr enthielt sich gar ganz bei der Abstimmung.

"Ich wusste gar nicht, dass im Rathaus solche Poeten sitzen, die so eine Vorlage schreiben," kommentierte der Wallauer Stadtverordnete Bodo Tadewald (FWG) mit trockenem Humor die Vorlage des Magistrats. "Keiner wollte sie - Wallau hat sie sofort," merkte er an. Außerdem befürchtete Tadewald, dass die Stadttore von Kindern als ungenehmigter Spielplatz und Klettergerüst missbraucht werden könnte. Was passiere beispielsweise, wenn ein Kind dort hinunterfalle, fragte der Stadtverordnete, der zugleich den Vorsitz im Bau-und Planungsausschuss inne hat.
Dass darin Gefahren liegen könnten, empfand Stadtrat Wolfgang Winckler nicht so ganz nach. Immerhin seien Eltern immer noch aufgefordert, auf ihre Kinder einzuwirken, kommentierte er. Und CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Vogt bestärkte Wincklers Argumente noch mit dem Hinweis, dass auch die Möblierung im Ortskern zum Spielen einlade und bislang nichts passiert sei.

Lebenspraktisch warf am Ende der Diskussion noch Ortsvorsteherin Iris Fleischmann-Wolf ein, dass wenn man neues Farbliches bekomme auch noch gleich das Alte mit überarbeitet werden soll. Damit nahm sie Bezug auf die Anfang der 90er Jahre im Rahmen der Stadterneuerung aufgestellten Wallauer Stadttore und den Pranger, an denen seitdem nichts mehr gemacht worden ist. Ob für solche Maßnahmen allerdings auch noch die Restmittel aus den Jubiläumsfeierlichkeiten in Höhe von 4200 Euro reichen, die vorrangig für die Aufstellung der Stadttore gedacht sind, bleibt abzuwarten.