ca-wallau_symbol    
   
ueberschrift
wanaloha wappen

 

   
von Dipl.-Ing. Jürgen Eckhardt
seit dem
16.08.1971
Wappen von
Wallau
 
       
                   
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inha



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  Die Bilder sind aus der
     Computer-Animation
                  Wallau         
 "Wie`s emol wor"
   
  © Copyright J. Eckhardt 2004    
       
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  01        
  Ortschronisten:        
  jps  

Johann Philipp Schleicher

*17.4.1854   †25.1.1945

jps_urk
 
           
  am  

Adolf Metzler

*6.7.1906   †21.1.1984

Übersetzte die Chronik
von
Johann Philipp Schleicher
und schrieb zwei Bände
über die Geschichte
von Wallau

 
           
  eb  

Erwin Born

*5.3.1937

2. Vorsitzender
von "Wanaloha" Verein
für Heimatgeschichte 1984 e.V.

Der Verein pflegt  und vervollständigt
historische, jetzige und zukünftige Daten und Geschehnisse.

 
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  02     
  Ersterwähnung von Wallau:    
  urkunde  

Die Original-Urkunde ist nicht mehr vorhanden!

Sie wurde 1278 in Würzburg in ein Urkundebuch übertragen, und ist verschollen.

Übersetzung des Eintrages im Urkundebuch
(Kopfzeile)
Privileg des Königs Otto über die Abtretung von sechs Hufen gelegen in den Dörfern Wanaloha und Brechenheim.

Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit. Otto, König mit helfender göttlicher Milde. Alle unsere Treuen mögen wissen, selbstverständlich gegenwärtig und für die Zukunft, gleichwie unsere gewissen Sachen unseres Rechts durch Vermittlung Ludolfs, unseres geliebten Sohnes, seinem bestimmten eigensten Vasallen Gerung.

                                             Otto I. 950

Wir haben nachgelassen ins Eigentum dem benannten Gerung, das ist 6 königliche Hufen im Dorf Wanaloha und Brechenheim, gelegen im Gau Kunigessundera mit der Einladung zur Gefolgschaft des obengenannten Gerung als Bekleider mit allen Vorteilen im Recht dahin den betreffenden mit Recht in das Eigene, außer den Besitzen, von denen einer benannt wird dem Abt, von fürstlichen Gebäuden, Äckern, Weingärten, Wiesen, zur Weid gehörenden Wäldern, Gewässern und von durchlaufenen Mühlen der Gewässer, von Fischerei, von gesuchten und aufgesuchten, von beweglichen und unbeweglichen; die Menge, wenn sie nicht vollends treffen wird auf die obengenannten Dörfer Vuanaloha und Breckinhem die 6 königlichen Hufen unseres Eigentums, soll ganz ersetzt werden demselben in der Nachbarschaft, wo Nornestat ist, von unserem Eigentum. Wir befehlen auch von da ab diese Vorschrift gegenwärtiger Schrift durch die wir wollen und fester befehlen, dass der vorher erwähnte Gerung von allen Seinen, durch unsere Gabe ins Eigentum übergehenden, ab sofort und folgend in aller Zeit halten soll die festeste Macht, was auch immer ihm gefällig sein werden wird seit dem heutigen Tag, mit eigener Hand bestätigt und mit unserem Siegelring versiegelt.

 

     Unterschrift von Otto I.


Brun, Kanzler

Gegeben kal.mai. in dem dem Herren gehörenden Jahr der Menschwerdung 950, durch die Ankündigung VII von dem
regierenden frommen König Otto im XV Jahr; Veröffentlichung Vuabechi; im Herren glücklicher geschehe es, amen

.
 
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Rekonstruktion der Schenkungs-Urkunde

von Otto I von 950, an den Vasallen Gerung
   
       
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03
Übersichtsplan I von Wallau:
 
 
plan
      
Nummer anklicken finger
 
 
         
  Grundfläche von Wallau:
Umfang von Wallau:
Größte zusammengehörende Fläche:
76.589 qm
1.066 m
Herrenhof mit  3.367 qm
   
  1797, 596 Einwohner
1834, 754 Einwohner
     
  Gemeinde- Besitz um 1800:
Kirche
Rathaus
Backhaus
Oberpforte und Unterpforte Gemeindeschmiede
     
fuß An Grund Land:
An Grund Wald:
(ohne Dorfstraßen und Wege)
Insgesamt an Grund:

63 Morgen, 140 Ruthen
156 Morgen, 25 Ruthen

433 Morgen, 17 Ruthen
   
         
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04      
  Gebäude außerhalb von Wallau:    
Die Burg:    
 

Sie lag wahrscheinlich zwischen Wickerbach und Mühlbach (der Mühlbach ist nicht mehr vorhanden). Das in Wallau eine Wasserburg stand ist nicht 100% nachgewiesen, es wurden aber bei Umbauarbeiten (Mühlgasse 14) Reste von Fundamente von großer Stärke gefunden. Wenn es eine „Burg“ (befestigter Wohn- und Verteidigungsbau) gegeben hat, war sie nicht groß, den die Fläche zwischen Wickerbach und Mühlbach, an der sie gestanden haben soll, ist nur ca.3.000m² groß (Herrenhof ca.3.400m²). Die Bauweise muss man sich wie eine Hofraithe vorstellen. Wenn eine Befestigung vorhanden war, hatte sie den Charakter wie die Dorfbefestigung. Was sich aber über Jahrhunderte erhalten hat, ist die Bezeichnung „Zur Burg“ in Flurnamen und Hausbeschreibungen z.B. Burgmühle.

Auch sind in Urkunden Ritter die in Wallau gelebt haben erwähnt.

1290 Ritter Didolph von Wallau

1333 Ritter Cuntzmann von Wallau

1335 Ritter Johann von Wallau

 

 

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Schleuse am Wickerbach:

   
 
Erstmals 1692 erbaut, bis zum Abbruch 1969 öfters erneuert. Die 24 Schuh (7,20m) breite Schleuse diente zur Bewässerung des Wiesengrundes, und zur Wasserregulierung von drei Mühlen.
Der Wiesengrund bestand aus einer großen Wiese, die einzelnen Teilstücke der Bauern wurde nur mit Grenzsteine markiert, und nicht durch Feldwege gegenzeichnet oder getrennt. Gemäht wurde vom Wiesgässerweg aus, in Folge der Besitzer der Wiese.
   
       
       
 
schleuse
Schleuse am Wickerbach  
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Zwei Heilgenstöcke:    
       
 
heiligenstock
   
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Obermühle, ab 1731 Gerbermühle:    
 

In Betrieb von ca.1300-1944.
Bis 1866 gehörte die Mühle zu Wallau, danach wurde sie von der Gemeinde Breckenheim eingemeindet. Besitzer war bis 1840 das Stift
                                  „Maria zu den Greden“.
Erbleihmühle mit Mühlenbannrecht (Nordenstadt), Wasserzufuhr ober- schächtig.
1731 wurde zusätzliche noch eine Gerberei in die Mühle integriert.
(Gerbermühle)
Bis 1840 war sie eine kleine Mühle mit nur einem Mahlgang.
Nach 1840 als erster Eigentümer der Mühle, baute Isack Rosenthal, diese um. Er ließ die alte Mühle abreißen und baute ein zweistöckiges Wohnhaus mit Wirtschaftsgebäuden und Backofen auf die vorhandenen Grundfläche.
Am 8.August 1944, brennte das Mühlenwerk und das Dachgebälk des Wohnhauses ab. Danach wurde kein Mühlenbetrieb mehr aufgenommen.
Sie liegt nördlich ca.600m von der Ortsgrenze in der Breckenheimer 
Gemarkung.

   
  Betreiber und Besitzer waren:    
 

1564  
1570  
1580 
1640 
1665 
1707 
1725 
1731 
1738 
1742 
1760 
1775 
1817 
1840 
1860 
1923 
1941 
1966 

Hans Igstad
Nicolaus Fein
Heinrich Frey
Lorenz Herold
Johann Reinhardt
Anton Künseler
Herold
Murg (Beruf, Rotgerber)
Johann Reinhardt Murus
Johann Heinrich Merle
Johann Reinhardt Murus II
Lorens Jeckel
Georg Wunderlich
Isack Rosenthal, erster Eigentümer der Mühle
Georg Heinrich Koch
Wilhelm Koch (Sohn von H. Koch)
Lina Koch geb. Wink (Witwe von W. Koch)
Wilhelm Schulz
   
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Erbleihmühle:    
 

In Betrieb von 1290-1894.
Bis 1848 Erbleihmühle mit Mühlenbannrecht (Wallau), Wasserzufuhr oberschächtig. Ein Mahlwerk und Scheelgang. Nach 1640 wurde ein zweiter Malgang eingebaut. Eigentümer waren bis 1492 die Landesherren von Eppstein, danach bis 1848 die Landgrafen zu Hessen. Der Zins war damals ein Gulden und 10 Malter Korn, das an den Landesherren und das gleiche an die Herren von Königstein (Besitzer des Grund und Bodens) abgegeben wurde. Die Mühle wurde erblich verliehen, das heißt sie konnte in den Besitz des nachfolgenden Erben übergehen.
Zur Erbleih gehörte auch die Instandhaltung und Erneuerung der Brücke über den Mühlbach, die öfters bei den Müllern angemahnt werden musste.

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1750 umfasste die Mühle eine Hofraithe (74 Ruthen 9 Schuh), mit einer Ölmühle, einer Scheuer, ein Kelterhaus, eine Stallung und ein Schweinestall. Angeschlossen waren außerdem noch vier Gärten (282 Ruthen und 5 Schuh).
1730 größerer Umbau, J.Kaspar Kern ließ das Wohnhaus und die Mühle zweigeschossig aus-bauen.
Nach 1870 baute J.Schleunes die Mühle auf Dampfbetrieb um. (Schornstein steht noch heute) Die Erbleihmühle lag vor der Unterpforte ca. 100m vor der Dorfbefestigung, in nördlicher Richtung (Richtung Breckenheim), am Mühlbach. Begrenzt war die Mühle durch den Herrengarten, die Mühlwiesen und dem Kirchgarten.
Die Mühle brande im dreißigjährigen Krieg zweimal ab und wurde an gleicher Stelle wieder aufgebaut. 1740 wurde wegen Baufälligkeit die Mühle erneut aufgebaut.

 
 
       
  Betreiber und Besitzer waren:    
  1564
1570
1582
1589
1589
1605
1609 1628
1652
1706
1717
1728
1746
1775
1790
1843 1860
1880
1883
1894
Jost Becker
Cleß Josrecher
Philipp Eisenberger
Philipp Laubensack
Adam Großmann
Nicolaus Lautz
Pfarrer Johann Breuel (Nordenstadt)
Oberschultheiß Hartmann Pfannkuchen
Hans Wink
Johann Daniel Wink (Sohn von H.Wink)
Johann Jakob Kern
Johannes Kaspar Kern (Sohn von J.Jakob Kern)
Philipp Martin Zahn
Georg Jakob Link
Johann Konrad Kern
Konrad Schleunes I
Jakob Schleunes
Karl Adelberger (Pächter)
Philipp Franz Schleunes (Sohn von Jakob Schleunes)
Einstellung des Mühlenbetriebs
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Die alte Burgmühle:    
 

Sie lagt in der 3ten Gewann in der Burg.
Gebaut 1691 vom Ortsschutheiß Konrad Wink und dessen Schwager dem Schreinermeister Kaspar Söhnchen. Die Genehmigung zum Bau erteilte die hessische Regierung mit folgendem Wortlaut:

   
       
 
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Rekonstruktion des Vertrages  
       
 

Nach befolgen aller Richtlinien wurde 1692 die Mühle mit einem 5 Schuh großem unterschlächtigem Rad gebaut.
Nach zweimaligen Beschwerden des Müllers J. Daniel Wink (Schlagmühle), wegen Schwellwassers beim geschlossenen Wehr, musste nach Besichtigung einer Kommission, das wehr tiefer gelegt werden.
1701 gehörte zu der Mühle ein Ställchen und ein Garten (10 ½ Ruthen).
Die Größe des Grundstücks war insgesamt 39 Ruthen und 10 Schuh groß.
Da das Bächlein im Winter einfror, die Mühle nur ein Mahlgang hatte und wegen geringer Höhe des Falls „sehr schlecht ist“ wurde dem Müller ein Teil der Abgaben erlassen.
Nach langem hin und her, etliche Wechsel der Müller in kurzer Zeit, entschloss sich nach 1720 der Müller Kahl die Mühle abzubauen und am Massenheimer Schlag wieder zu errichten.

   
       
  Betreiber und Besitzer waren:    
fuß 1692
1705
1709
1720
Konrad Wink
Jakob Schneider (Pächter)
August Kahl
Abbau der Mühle
   
       
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Die zweite Burgmühle:    
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1853 baute August Zahn (Breckenheim) an die selbe Stelle an der bis 1723 schon eine Mühle stand. Die Bauart der Mühle war die gleiche wie 1692.
Die Probleme die auftraten wiederholten sich.
Konrad Link der zweite Besitzer der Mühle versuchte sich mit schälen von Gerste und Erbsen über Wasser zuhalten. Auch das hausieren mit Linsen brachte ihm kein Reichtum. Nach dem Tode von Konrad Link wurde der Betrieb stillgelegt.
Die Erben der Mühle, betrieben in drei Generationen das Drechslerhandwerk. Erst nach 1945 wurde das Wohnhaus vergrößerten und das Mühlrad abgebaut.

   
       
  Besitzer waren:    
  1853
August Zahn
Konrad Link
   
       
       
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Die Mühl an der steinern Straß /
Straßenmühle / Schlagmühle:
   
 

Laut "Contract" von Daniel Winken 1693 erbaut.
1724 wurde von August Kahl die Mühle, mit dem Material das er vom Abriss der alten Burgmühle hatte, neu aufgebaut.
Weiterhin besaß die Mühle eine Scheune, ein Stall, ein Schweinestall und ein Gebäude über dem Keller. Dazu gehörte ein Garten mit 71 Ruthen am Haus.
Der Wasserantrieb für das Mühlrad ist oberschlächtig.
Die Mühle liegt ca. 800m von der Ortsgrenze in Richtung Massenheim.

   
       
  Besitzer waren:    
fuß 1693
1724
Daniel Winken
August Kahl
Philipp Kahl (Sohn von A.Kahl)
Wilhelm Christian Zahn
Georg Zahn (Sohn von C. Zahn)
Georg Heinrich Koch
Heinrich Koch (Sohn von G.H.Koch)
Wilhelm Koch (Stiefbruder von H.Koch)
Wilhelm Cramer
Otto Cramer
   
       
       
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No. 21 Burgstraße 28    
 

Die erste Hofraithe die außerhalb der Dorfbefestigung errichtet wurde.
Besitzer war 1701 Christian Jung, der von Beruf Wollweber und Strumpfstricker war.
Zu der Hofraithe gehörte ein Garten und war 10 ½ Ruthen groß.
1769 wurde ein Klebestall an das Wohnhaus angebaut.

   
       
  Besitzer waren:    
fuß  

Christian Jung
Ephraim Becker (Schwiegersohn v. C. Jung) Schneider
Wilhelm Becker (Sohn von E.Becker) Schneider
Friedrich Bartel (durch Heirat von Witwe W.Becker) Gemüsehändler
Philipp Bartel (Sohn von F.Bartel) Händler

   
       
       
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05      
  Gebäude im Gemeindebesitz    
Die Kirche:    
 
Die erste Kirche,
Urkundlich am 29.April 1258 erwähnt, in dieser Urkunde wird die Kirche vom Erzbischof  Gerhard von Mainz wie folgt beschrieben;
   
       
 
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  1492 wurden drei Altäre in der Kirche beschrieben;    
       
 
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Der Hochaltar wurden von den Einnahmen aus 80 Morgen Ackerland, 9 Morgen Weingärten, den kleinen Zehnten der Kirchen Diedenbergen, Breckenheim und Oberweilbach bestritten.
Der Frühaltar konnte aus den Einnahmen aus 45 Morgen Ackerland, 6 Morgen Wiesen und 3 Morgen Weingärten unterhalten werden.
Eine große Veränderung trat 1530 ein als das Ländchen unter Landgraf „Philipp der Großmütige“ evangelisch wurde.
Es gab nur noch ein Altar.
Die Einnahmen die dem Frühaltar gutgeschrieben wurden verwendete man für die Einrichtung einer Lateinschule (1563) für das Ländchen. Diese Landoberschule wurde von einem Diacon aus geistlichem Stand geleitet (Rector genannt).
   
       
 
Aus dem Wallauer-Kirchenbuch:
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kirchenbuchfinger
Am 20. Sonntag nach Trinitatis, dem 7.Oktober 1742, wurde nach einem Gottesdienst die Einweihung, für die "Honoratioren“, bei Schultheiß Paul Born gefeiert.
Zum Verzehr wurden ein opulentes Mal gereicht.
       
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  1753 wurde die Barock-Orgel von Johann C. Köhler eingebaut. orgel  
       
       
       
       
  Umbauarbeiten:  
 

1853

Großer Umbau
Im Wappen in der Orgelmitte wird das Monogramm LL
(stand für Landgraf Ludwig VIII) mit einem A überstrichen
(für Herzog Adolf von Nassau)
Innenraum erhält eine neue Farbgestaltung

1887

Zwei Öfen werden an der Ostseite eingebaut.

1901

Ein Kronleuchter mit 8 Wandlampen, gestiftet von
Johann Philipp Born, werden eingebaut.

1929

Die Kirche wird an das Stromnetz angeschlossen

1930 Die Orgel erhält ein elektrisches Windgebläse

1950

Wetterhahn wird erneuert

1956

2ter größerer Umbau
Die Treppe zu Orgel wird abgebaut, die Kinderbänke, hinter
dem Altar, werden entfernt, das Dach auf der Sakristei wird
demontiert. Kronleuchter und Wandlampen durch „modernere“ Beleuchtungskörper ersetzt.

1961

Innenraum wird neu angelegt

1962

Die Kirchturm erhält vier Zifferblätter und wird auf elektrischen Betrieb umgestellt.

1964

Das Warmluftgebläse wird auf Öl umgestellt und verbessert.
Die Außentreppen werden umgestaltet.

1968

Der Turm wird total überholt.

1972

Ein Taufstein aus Carrara-Marmor wird eingebaut.

1975

Das Besitzrecht des Glockenturms wird von der Gemeinde
auf die Kirchengemeinde umgeschrieben.

1979

Die Kirche wird von außen neu angelegt.

1980

An der West und Nordseite der Kirche wir der Außenbereich
umgestaltet und gepflastert.

1983

Die Kirche erhält wieder die Farbgestaltung wie 1741

   
   
       
  In der Kirche wurde Beigesetzt:    
 

1659
1665
1666
1696
1705
1707
1733

Pfarrfrau Eva Martha Mathias
Pfarrer Johann Heinrich Mathias
Pfarrfrau Anna Ursula Bechthold
Pfarrer Philipp Caspar Bechthold
Pfarrer Eberhard Zeller
Pfarrfrau Maria Zeller
Amtmann Christian Schlaff (Grabstein Westeingang)

   
       
quer
       
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grund
Draufsicht von Kirche
und Friedhof
 
       
       
quer
Der Kirchhof auch Todtenhof
(Friedhof hinter der Kirche)
   
 

Der Friedhof besteht bestimmt schon solange wie es eine Ansiedlung und Kirche in Wallau gibt. Er ist ca. 1500 m² groß, und liegt ca. 2m höher als das Straßenniveau. Die 60 cm dicke Mauer, die um den Friedhof gespannt ist, wurde aus Naturschiefergestein angefertigt. Diese Mauer war in früherer Zeit mindestens 3m hoch (von OK Friedhof). Als Eingang in den inneren Bereich dienten 3 Eingänge die mit schweren Holztüren verschlossen waren. Früher, als der Ort noch nicht befestigt war, diente der Friedhof auch als letzter Zuflucht der Dorfbewohner. Die Mauer wurde (Nord, Ost und Süd) drei mal bei Umbauarbeiten (letzte 1964) bis auf das heutige Niveau abgetragen. Die Westseite der Befriedung ist noch in ihrem Urzustand erhalten. Auch wurde der Friedhof, wie Urkunden aus den Jahren 1315 und 1364 belegen, als „Thingstätte“ benutzt.
Auf dem Friedhof stand noch bis 1946 ein „Totenbahren-Schuppen“. Dieser Schuppen diente bis 1919 zur Aufbewahrung der Holztragebahren. Die Holztragebahren wurden mit dem Sarg bestückt, der mit einem Leichentuch bedeckt war, im Hof des Sterbehauses aufgestellt. Nach der Trauerzeit wurde der Sarg auf diesen Tragebahren zum Friedhof getragen.

   
       
 
friedhof

Friedhof hinter der Kirche
mit Totenbahren-Schuppen,

im Hintergund der Klosterhof
und Rathaus mit Backofen

 
       
 
Nachdem der Friedhof 1829 außerhalb des Dorfes eingeweiht wurde, hat man den Friedhof hinter der Kirche laut einer Bestimmung der nassauischen Regierung vom 2.4.1829 und vom 21.8.1930, als Baumschule, Gemüse- und Blumengarten für die Schüler der Dorfschule genutzt. Er sollte als Mustergarten für die Landbevölkerung angelegt werden. Die Baumschule wurde bis 1945 genutzt.
Als 1964 die Treppe unter dem Vorbau des alten Rathauses entfernte und an der jetzigen Stelle einbaute, wurde auch der Balken der über dem Nordeingang des Friedhofs entfernt. In diesem Balken war innen und außen ein Spruch eingeschnitzt.
   
       
 
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Nordseiteneingang vom
Friedhof mit Spruch:

Selig sind die Todten, die im
Herren sterben von nun an
bis in Ewigkeit

 
       
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friuedhof_03

Die Rückseite/Ausgang
Hintergrund Herrenhaus

Beschriftung:
Du gehst aus oder ein, so
steht der Tod und wartet dein

 
       
       
quer
       
Das erste Backhaus    
 
Gebaut nach 1562, auf Anweisung von Graf Johann von Nassau, der eine Holzordnung und eine Einführung von Gemeindebacköfen gefordert hatte. Wie in fast jedem Ort, stand auch in Wallau ein Backhaus. Das erste Backhaus in Wallau hatte im Kirchspielgässchen (jetzt Sackgasse) sein Platz.
Im Backes, wie der Backofen und der Platz vor dem Ofen genannt wurde, backten die Einwohner selber. Das heißt; die Einwohner bereiteten den Sauerteig zu Hause vor und trugen ihn, auf Bretter und Backrahmen, zum Backes.
   
       
 
ofen

Kugelofen mit Backtrog,
Brotschießer und Vorbereitungsbank

 
       
       
       
       
  Brotbacken:    
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Geschichte:
Brot war schon immer ein wichtiges Grundnahrungsmittel der Menschheit. Seit alten Zeiten spielt Brot eine bedeutende Rolle sowohl für die Ernährung als auch für die kulturelle Entwicklung.
Bereits im 5 Jahrtausend v. Ch. wurden in der Bronzezeit in Ägypten die erste Fladenbrote gebacken. Durch Zufall entstand der Sauerteig. Angeblich ließ ein ägyptischer Bäcker ein Stück Teig zu lange liegen. Da er ihn nicht weg schmeißen wollte, formte er ein Brot daraus und setzte ihn in den Ofen. Nach dem Backen erhielt er das erste lockere Brot.
Die Israeli übernahmen von den Ägyptern das moderne lockere Brot. Wie schon die Bibel berichtet.
Einen neuerlichen Aufschwung erfuhr die Brotkultur im antiken Rom: Bereits 200 v.Chr. gab es riesige Backbetriebe und 100 v.Chr. die ersten streng geregelten Zünfte und Berufsschulen. Durch die Römer gelangte die Backkunst allmählich auch nach Europa. Die Ernährung der römischen Legionen bestand zum Großteil aus Getreide in Form von Brei oder Brot. Der Anbau von Getreide und das Brotbacken trugen wesentlich zum Aufstieg des Römischen Reiches bei.
Das Brotopfer spielte in religiösen Zeremonien eine wichtige Rolle. Es diente als Ersatz für Opfertiere. Arme Leute brachten ein Brot in Tierform in die Tempel, um es dort den Göttern zu opfern.
In der Vergangenheit diente Brot auch zum Ausdruck sozialer Unterschiede. So aßen römische Patrizier mit großer Vorliebe Weizenbrot. Das Volk ernährte sich von einem einfachen Vollkornbrot aus Roggen. In der Zeit kurz nach Christi Geburt teilten sich die römischen Bäcker in unterschiedliche Zünfte. In Bäcker für Opferbrot, für süsses Gebäck und für Milchgebäck. Zu den frühesten Anbausorten zählt die Urform des Weizens, der Emmerweizen, während Roggen erst um ca. 800 v.Chr. den Weg nach Germanien fand. Aus den Getreidevorräten konnten im Nu nahrhaftes Mus oder kräftigende Suppen zubereitet werden. Das Brotbacken aber war langwierig und anstrengend, deshalb wurde der Backofen nur ein bis zweimal im Jahr eingeheizt. Und damit dieses Brot dann auch lange aufbewahrt werden konnte, buk man Fladen, die aufbewahrt wurden.
In Deutschland entstand das Handwerk der Bäcker erst im Mittelalter. In den Städten wurde der Brotbedarf schon früh durch Backereien gedeckt. Auf dem Lande besaßen Bauernhöfe entweder einen Backofen oder ein Backhaus. Das Brot wurde auf Vorrat gebacken.
Etwa um 1400 spaltete sich die Bäckerberuf in den verschiedene Berufszweige. In die Grob- und Feinbäcker, in die Liebküchner und die Zuckerbäcker. Harte Regeln der Zünfte und drakonische Vorschriften der Verarbeitung führten dieses Handwerk zum höchsten Ansehen.
Über das ganze Mittelalter hinweg blieb der Roggen die Basis der Brot- und Getreidenahrung. Nur zögernd konnte sich der Weizen als zweite Getreideart im Verlauf des 19. Jahrhunderts etablieren. Um die Jahrhundertwende lagen Roggen und Weizen im Verzehr gleichauf, von da an begann der Weizen den Roggen auf den zweiten Platz zu verdrängen.
Die Bedeutung des Brotes als eine wichtige Lebensgrundlage spiegelt sich in viele deutschen Sprichwörter wieder: "sein Brot verdienen", "Brötchengeber" als Arbeitgeber. Immer noch hat das Brot in Deutschland einen wichtigen Platz auf dem Tisch. Es ist sehr beliebt. Es gibt viele verschiedenen Sorten Brot. Jede deutsche Gegend hat seine eigene Brotspezialitäten.
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  Vom Backen im Kugelbackofen nach mittelalterlichem Vorbild    
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Das Brotbacken gehörte in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung zu den Aufgaben der Frauen. Dies änderte sich erst kurz vor der Jahrtausendwende, als man begann das backen zu kommerzialisieren.
Das Brotbacken lässt zumindest einen Teil dieser Mühen erfahrbar werden. Sei es, dass das Feuer im Ofen ständig bewacht werden muss, um gegebenenfalls rechtzeitig neue Nahrung zu bekommen, oder, dass beim Mehlmahlen und der Teigherstellung darauf zu achten ist, dass nichts von den wertvollen Zutaten unnötig „verschwendet“ wird.
Heute wie auch im Mittelalter stellt das „tägliche Brot“ eine wichtige Lebensgrundlage dar. Kaum nachvollziehbar sind für uns heute die Mühen, die mit dem Anbau und dem Mahlen des Getreides, der Herstellung des Teigs und der fertigen Brote verbunden waren. Bedingt durch den Anbau wenig kultivierter Getreidesorten, z. B. Einkorn, und die gebräuchliche Drei- felderwirtschaft, waren die Erträge sehr gering. Durch das Mahlen auf einfachen steinernen Handmühlen wurde das Mehl stark mit Steinstaub durchsetzt, was langfristig zur Schädigung der Zähne führte. Das Backen an sich war begleitet vom langwierigen Anfeuern des Ofens und der recht schwierigen Kontrolle von Backtemperatur und Backzeit. Schon 4 bis 5 Stunden vor dem Backen beginnt man mit dem Anheizen des Ofens. Dazu werden alle im Dorf anfallenden Hölzer verwendet. Kleinere Öfen sind bereits nach drei Stunden betriebsbereit. Es hat sich gezeigt, dass die Menge des Feuerholzes auf das Kilogramm genau abgewogen sein muss, um optimale Backergebnisse zu erzielen. Die Faustregel "1 Kg Teig = 2 Kg Holz" mag für andere Öfen anders ausfallen und wird durch die praktischen Erfahrungen bestimmt. Auch die Anheizdauer muss für jeden Ofen individuell ausprobiert werden. Bei Lehmöfen ist es ratsam, erst mit einem schwachen Feuer zu beginnen, um die Temperaturkurve sacht hochzufahren: Er könnte sonst leicht reißen. In der Heizphase erreicht das Innere des Ofens eine Temperatur von 600°C. Diese Temperatur ist nötig, um in der Ofenwandung genug Ober- und Unterhitze zu speichern.
Die Glut wird nach dem Heizen ausgezogen, dabei fällt die Temperatur um 120°C ab. Der Zeitpunkt zum Ausziehen der Glut ist dann erreicht, wenn die schwarze Rußschicht im Inneren des Ofens vollständig verbrannt ist, und die Ofen- wandung wieder "sauber" ist. Mit einem feuchten Reisigbündel werden Asche und Glutreste im Inneren entfernt und Dampf erzeugt. Dabei fällt die Temperatur um weitere 150-180°C. Das Brot sollte nicht bei mehr als 200°C Anfangstemperatur gebacken werden, sonst würde es außen verbrennen, während es innen noch roh ist. Es kann nötig sein, den Ofen nach dem Heizgang zu belüften, um die Temperatur auf ein geeignetes Maß abzusenken. Da man im Mittelalter keine Thermometer nutzen konnte, streute man Mehl auf die heiße Backtenne. Wenn es nicht verkohlt, sondern goldbraun wird, ist der richtige Zeitpunkt zum Einschieben der Brotlaibe. Vor dem Einschieben werden sie mit Wasser bestrichen, damit sich die Oberfläche in der Anfangshitze ausdehnen kann und nicht sofort verkrustet. Sonst reißt die Öberfläche ein. Ein Quadratmeter Ofenfläche reicht für 25 freigeschobene Brotlaibe á 500 g. Die Backzeit hängt sowohl von der Teigmischung ab, wie auch dem Verhältnis von Ober- und Unterhitze, das durch die Höhe der Kuppel bestimmt wird.
Auch für die Dauer der Backzeit (30 Minuten oder 4 Stunden) kann man keinen festen Wert angeben, da sie von zahlreichen Parametern abhängig ist, und in der Praxis mit einiger Erfahrung leicht abgeschätzt werden kann.
Sobald alle Brote im Ofen sind, wird nochmals Dampf durch das feuchte Reisigbündel erzeugt und das Ofenmaul mit einer Holzklappe zugestellt oder mit einer Tür verschlossen. Über die Ofenklappe und den Abzug kann nun die Temperatur gesteuert werden, um ein gutes Backergebnis zu erzielen.
Man sollte die Gärzeit und Ruhezeit des Teiges mit der Anheizzeit des Ofens so koordinieren, dass sowohl die Brote wie der Ofen zum gleichen Zeitpunkt backfertig werden.

   
       
       
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Das Rathaus mit Backhaus    
 
Nach langen Überlegungen wurde 1730 das alte Rathaus abgerissen und für 40 Gulden an Lorenz Kleber und Gerhardt Schleunes verkauft. Von dem Schultheißen Paul Born, den „Gerichtsmänner“ und dem Zimmermann Stark wurde der freie Platz für das neue Rathaus eingemessen. Zum Einmessen gehörte zur damaligen Zeit auch die Planung und die Vergabe der Gewerke für das gesamte Gebäude.
   
       
 
rathaus
   
Draufsicht/Rathaus
         
 

Zimmerarbeiten
Steindecker
Maurer
Schreiner

Nicolaus Stark
Jakob Schmitten
Zacharias Häußer
Kaspar Böttchen

133 Gulden
38 Gulden 27 Albus
101 Gulden 15 Albus
92 Gulden

   
 
Der vordere Bereich war teilunterkellert. Die Oberkante EG lag auf dem Niveau der Kirche (ca. 2m von der Straßenoberkante). Das Erdgeschoss wurde mit „gebackene Steine" hergestellt und verputzt, das Obergeschoss wurde in Fachwerk angefertigt.
   
 
„Der Fachwerkbau mit auffallendem Farbanstrich
gibt ihm ein schönes Aussehen.“
   
 
Die Fenster wurden in Blei eingefassten runde Butzenscheiben verglast.
Nach Fertigstellung des Gebäudes beliefen sich die Gesamtkosten beliefen sich auf 785 Gulden, 6 Albus und 5 Heller (ca.667,--€). Das Bauholz (Eiche) für die Herstellung der Balken wurden aus dem Dorfgraben geschlagen, eine Säule aus dem Breckenheimer- und eine Säule aus dem Königsteiner Wald. Wo die dritte Säule herstammt ist nicht beschrieben.
   
 

Ein Säulenkapitell wurde mit folgender Inschrift versehen:

Dieses Rathaus steht in Gottes Hand Gott bewahre es vor Feuer und Brand

Anno 1730

beschriftung
   
 

Die Inschrift auf der dritten Säule wurde 1921 nach der Freilegung des Fachwerks (Bürgermeister Franz Heußer) angebracht.

„Gott schützt es bis heut, bewahr es auch für künft`ge Zeit / 1921“

Die Sockelsteine für die Säulen sind von einem Steinhauer aus Bockenheim    (2Gulden 22 Alb.). An der mittlere Säule hing für lange Zeit der „Pranger“, in dem die kleinen Sünder bestraft wurden.
   
       
 
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Giebelseite
mit  Pranger
 
       
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Das Rathaus wurde mittig geteilt. Die beiden Treppen zum Erdgeschoss wurden aus „blauen Felsplatten“, ohne Geländer, hergestellt.
Die linke Seite wurde im EG benutzt als Wohnung für „arme Leute“ Obdachlose und vorübergehend von der Lehrerfamilie Johann Georg Daniel Zehner (1810-1816) bewohnt. Unter anderem wohnten hier der Ortsdiener, Wilhelm Koch, Kaspar Pflug und Philipp Freund. Nach 1876 wurde diese Wohnung, bei einer Renovierung des Rathauses, umgebaut. Die Küche kam noch zum Backhaus, und das Backhaus wurde umgebaut. Der Raum an der Giebelseite wurde als Wachlocal genutzt. Dieser Raum wurde 1885 auch als Schreib und Amtsstube genutzt. Jahre später wurde er noch ein mal als Armenwohnung für den taubstummen Schuhmacher Ernst Schnurr aus Bad Homburg gebraucht.
Im Obergeschoss, das über eine breite Treppe ereicht wurde, traf man als erstes auf eine kleine Kammer die Zeitweiße (1876-1895) als Arrestzimmer benutzt wurde. Dieser Raum wurde im Volksmund Bollesje oder Stimpertche genant wurde. Über ein Flur gelangte man in das Ratszimmer. In dieser Gemeinde-Ratsstube wurde über das Dorfgeschehen beratschlagt. Hier wurden Sitzungen abgehalten und Beschlüsse die Wallau betrafen besprochen.
Außerdem wurde in diesem Raum auch das Ortsgericht abgehalten. Das Ortsgericht setzte sich aus dem Schultheiß und 6 Ortsgerichtsmänner zusammen. Über diesem Ortsgericht stand der Oberschultheiß und über diesem der jeweilige Landesherr. Als Gerichtsmänner waren tauglich, Männer die unbestechlich waren und ein tadelloses Verhalten an den Tag legten.

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In der rechten Seite des Rathauses war die Backstube mit Backofen.
Der Backofen war ein freistehender Kugelbackofen mit Schornstein, der zwischen Backhaus und Friedhofmauer stand. Bedient wurde der Ofen aus der Backstube. Diese Situation war im alten Rathaus ähnlich.
Aus der Vorgeschichte:
Anno 1671 zahlte der damalige Bäcker Stieglitz nur 2 Gulden Pacht jährlich an die Gemeinde. 1704 wohnte der im gemeinen Backhaus der Bäcker Johann Friedrich Mauer, welcher 4 Gulden pro Jahr der Gemeinde bezahlt.

Um die laufenden Kosten für den Backofen zu decken wurde bis ca. 1890 ein Backofengeld erhoben. Das von jedem der backen ließ bezahlt werden musste.

   
  Bäcker im Gemeinde-Backhaus:    
 

1730
1769
1783
1797
1808
1817
1818
1824
1827
1868
1891
18

1960

Johann Georg Großmann
Johannes Schild
Johann Georg Großmann
Ludwig Engel
Witwe des Bäckers Christian Heß
Christoph Heß (Sohn von oben)
Georg Reinhardt Schild
Jakob Müller
Johannes Buch
Georg Stieglitz
.......... Martin
Philipp Fuchs

Gerd Schießer

   
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1966 kaufte, das Rathaus und die Gemeinde-Bäckerei, Gerd Schießer. 1973 wurde der Kugelbackofen abgerissen und durch ein neuen Backofen ersetzt.
Bis ca.1910 wurde das Brot und der Kuchen von den Bäckern „nur“ gebacken, für diese Arbeit erhielt der Bäcker ein Backlohn. Um 1900 waren das pro Laib Brot 3 Pfennig. Die Zutaten, vom Brennholz angefangen bis zum fertigen Sauerteig, wurden von den Verbrauchern angeliefert.
Ab 1776 (bis 1808) gab es in Wallau schon ein Privatbackofen (Christian Heß).
1842 wurde ein zweiter Backofen eingerichtet (nachzulesen unter 29/Ölmühle).

   
       
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  Die Oberpforte mit Torhäuschen    
 

Die Oberpforte (heute, zwischen Wiesbadenerstraße 12 und Taunusstraße 1) bildete, mit der Brücke und dem Schlagbaum, die Einfahrt für die Benutzer aus westlicher Richtung (Nordenstadt-Delkenheim). Links und rechts verlief, bis zu den Planken der Dorfbefestigung, eine ca. Viermeter breite und  Dreimeter hoher Bruchsteinmauer.
Die Bauart hatte Fachwerkstruktur mit zwei schweren Torflügeln, die an je drei schmiedeeisernen Torbänder hingen. Verschlossen wurde die überdachte Pforte mit zwei Querbalken die in einer Halterung (U-Halter) lagen. Geöffnet (Morgens) und geschlossen (Abends) wurde sie von dem jeweiligen Pförtner, der im Pförtnerhaus wohnte. Die Pforte war in Verbindung mit den Planken der Dorfbefestigung eine wichtige Einheit zum Schutz und zur Verteidigung des Dorfes.

   
       
 
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Pforte Außenansicht  
       
 
Das Pförtnerhaus (Wiesbadenerstraße 7) war ein einstöckiges, teilunter- kellerter, Fachwerkbau von ca. 5 mal 7 Meter Größe. Im Erdgeschoss war die Küche und ein Zimmer untergebracht. Zum Keller gelangte man durch eine im Boden eingelassenen Einstiegsklappe. Um zu den Schlafräumen im Dach- geschoss zu gelangen musste eine schmale und steile Treppe erklommen werden. Die Bewohner des Pförtnerhauses gingen noch anderen Arbeiten nach. Wie z.B. der Zimmermann Nicolaus Stark, der am Bau (1730) des Rathauses beschäftigt war, wohnte im Oberpforten-Torhaus. Zum Oberpfortenhaus gehörte noch eine Hoffläche mit Garten.
   
       
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Pforte Innenansicht  
       
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  Die Unterpforte mit Torhäuschen    
 
Die Unterpforte stand am Ortsausgang, nördlich in Richtung Breckenheim, (heute Bleichstraße Nr. und Nr.) und hatte die selbe Funktion wie die Oberpforte. Sie war Baugleich mit der Oberpforte. Entfernt wurde die Unterpforte, wie auch die Oberpforte, im Jahr 1817.
   
       
 
Das Unterpförtnerhaus war auch Baugleich, wie das Oberpförtnerhaus, hatte aber keine Hof- und Gartenfläche. Es stand aber auf dem Grundstück der Unterpforten- Brunnen.
   
       
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Torhäuschen  
       
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No.33 Die Dorfschmiede, Pfarrbornstraße 12,    
  Beschrieben 1701:    
fuß

Ein Haus, eine Scheuer, ein Schmidtbang. Später kam noch
ein Schweinestall dazu.
Die Hofraithe 25 Rth 11 Schub, gibt Bannwein und Hühnergeld.
Ein Gärtschen, Eigenthümer war Daniel Schmiedt,
ein Messerschmied.

Bewohner oder Besitzer waren:
Daniel Schmiedt, ~Sohn Johann Georg Schmiedt, ~Johannes Fein, ~Johann Franz Schleicher, ~Philipp Peter Dietrich, ~Sohn Franz Dietrich, ~

   
       
     
       
       
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06 Öffentliche Gebäude    
Das Pfarrhaus    
 
Erstmalig am 29. April 1258 urkundlich erwähnt. Eine der größten Hofraithe im Dorf, liegt westlich direkt neben dem alten Friedhof und der Kirche. Da sich die Pfarrei bis zum 24.12.1848 selbst „ernähren“ musste war die Hofraithe wie ein Bauernhof eingerichtet. Sie hatte, bis zum Abriss 1953, Ställe, Kelterhaus und eine Scheune (Abriss 1967). Dazu gehörte laut Aufstellung von 1701:
   
       
       
       
       
       
wasserburg 2 3 4 hh h 5 6 7 8 9 10 12 11 13 14